Rekord bei „Überholspur“: 145 erfolgreiche Schulabschlüsse

Was 2021 als Modellprojekt begann, ist heute ein fester Bestandteil der Bildungsförderung in Lübeck: Das Nachhilfeprogramm „Überholspur“ der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck hat im fünften Durchgang neue Rekordzahlen erreicht. 145 Schüler:innen haben im Schuljahr 2025/26 ihren ESA oder MSA erfolgreich bestanden – 35 mehr als im Vorjahr.

Insgesamt waren diesmal 223 Neunt- und Zehntklässler:innen von fünf Lübecker Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe für „Überholspur“ angemeldet; zum Programm gehören die Trave- Grund- und Gemeinschaftsschule, die Schule an der Wakenitz, die Willy-Brandt-Schule, die Julius-Leber-Schule und die Gotthard-Kühl-Schule. 149 Schüler:innen nahmen regelmäßig teil. Damit erreichten 97,3 Prozent der regelmäßig teilnehmenden Jugendlichen ihren angestrebten Schulabschluss.


Gezielte Unterstützung auf dem Weg zum Schulabschluss

Der Bedarf an zusätzlicher Unterstützung bleibt groß: Laut der aktuellen „Schulstatistik Allgemeinbildende Schulen 2025/26“ der Hansestadt Lübeck verließen an den Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe im vergangenen Schuljahr 16 Prozent der Jugendlichen die Schule ohne regulären Schulabschluss bzw. mit einem sonderpädagogischen Abschluss im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Auffällig ist dabei auch die Geschlechterverteilung: 64 Prozent der Jugendlichen ohne Schulabschluss waren Jungen und junge Männer. „Überholspur“ setzt gezielt dort an, wo Jugendliche auf dem Weg zum ESA oder MSA zusätzliche fachliche und persönliche Unterstützung benötigen.

Seit dem Start des Programms haben insgesamt 446 Schüler:innen mit Unterstützung von „Überholspur“ ihren Schulabschluss erreicht. Allein im aktuellen konnten rund ein Drittel der regelmäßig teilnehmenden Jugendlichen in den betreuten Fächern um ein bis zwei Noten verbessern. Die erfolgreiche Entwicklung von „Überholspur“ findet auch auf Landesebene Anerkennung: Die Gemeinnützige Sparkassenstiftung kooperiert im Rahmen des Startchancen-Programms mit dem Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, das die Umsetzung des Programms finanziell unterstützt. Ziel der Kooperation ist es, die Lübecker Startchancen-Schulen zu fördern und „Überholspur“ perspektivisch auf weitere Schulen auszuweiten.


„Mehr Verständnis, mehr Selbstvertrauen“

Dass das Angebot bei den Jugendlichen gut ankommt, zeigen auch die Rückmeldungen aus der „Überholspur“-Evaluation 2025/26 (s.u.). Besonders werden die verständlichen Erklärungen, die individuelle Betreuung und die Möglichkeit, ohne Zeitdruck Fragen zu stellen. „Mir wurde vieles ausführlich erklärt und es wurde sich Zeit für mich genommen“, berichtet eine Schülerin. Andere beschreiben, dass sie sich durch „Überholspur“ im Unterricht sicherer fühlen, sich häufiger melden und mit mehr Selbstvertrauen in Prüfungen gehen.

Auch die verantwortlichen Lernbegleiter:innen erleben die Fortschritte der Jugendlichen unmittelbar. Heinz Ballach (64), ehemaliger IT-Projektleiter, beschreibt es so: „Besonders schön sind die Momente, in denen Schülerinnen und Schüler Zusammenhänge plötzlich selbst erkennen. Wenn aus Unsicherheit Verständnis wird und sich das anschließend auch in besseren Klassenarbeiten zeigt, ist das für beide Seiten ein Erfolg.“ Viele Jugendliche würden das Angebot deshalb weiterempfehlen – insbesondere, weil sie gezielt an ihren eigenen Schwierigkeiten arbeiten können.


Mathematik besonders gefragt – neue Lernbegleiter:innen gesucht

Die Nachfrage nach dem Programm „Überholspur“ steigt weiter. Besonders groß ist der Bedarf im Fach Mathematik: Von insgesamt 149 regelmäßig teilnehmenden Jugendlichen erhielten 95 Unterstützung in Mathematik, 30 in Englisch und 24 in Deutsch.

Damit „Überholspur“ auch im kommenden Schuljahr weiter wachsen kann, sucht die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck aktuell neue Lernbegleiter:innen für Deutsch, Englisch und Mathematik. Gesucht werden fachlich oder beruflich qualifizierte Menschen – beispielsweise ehemalige Lehrkräfte und Ruheständler, aber auch kaufmännische Angestellte oder Handwerksmeister. Entscheidend sind Freude an der Arbeit mit Jugendlichen, Einfühlungsvermögen und Engagement. Die Nachhilfe findet einmal wöchentlich in Kleingruppen montags oder dienstags am frühen Nachmittag statt. Die Tätigkeit wird von der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung vergütet.

Interessierte können ein kurzes Motivationsschreiben und einen Lebenslauf an 
stiftung@sparkasse-luebeck.de senden. Anschließend erfolgt eine kurze Auswahlrunde an den Partnerschulen.  

Der vollständige Evaluationsbericht zum fünften Durchgang von „Überholspur“ ist hier verlinkt.