90 neue Jugend-Coaches für Lübeck

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Auf dem Rasen, in der Halle und auf dem Wasser – im Rahmen einer Projektwoche hat die Gemeinnützige Sparkassenstiftung zu Lübeck 90 Schüler:innen zu Jugendtrainern im Sport ausbilden lassen. Denn in Schleswig- Holstein und Lübeck fehlt es seit geraumer Zeit an Trainernachwuchs. Das Besondere: Mit dem Jugend-Coach-Zertifikat ist bereits ein Drittel der C-Trainer-Ausbildung absolviert.

 


KOOPERATION MIT DEN LANDESSPORTVERBÄNDEN

90 Lübecker Schüler:innen nahmen an der 40-stündigen Projektwoche vom 8. bis 12. Juli 2024 teil, die von dem jeweiligen Landesfachverband der fünf Sportarten Fußball (SHFV), Handball (HVSH), Leichtathletik (SHLV), Schwimmen (SHSV) und Rudern (rish) unterstützt und begleitet wurde. In einer zweitägigen sportartübergreifenden Basisqualifizierung wurden den Teilnehmer:innen in der Oberschule zum Dom sportbiologische, sportmedizinische und vereinsrechtliche Grundlagen ebenso vermittelt wie die Themen Trainingsplanung, Ernährung und Kinderschutz. Anschließend folgten sportartspezifische und praktische Inhalte im Fußball- und Leichtathletikstadion Buniamshof, in der Sporthalle der Lübecker Turnerschaft v. 1854 e.V., im Zentralbad Lübeck und auf dem Gelände der Lübecker Ruder-Gesellschaft v. 1885 e.V. Hier lernten die angehenden Jugend-Coaches in der von ihnen gewählten Sportart, mit welchen Übungen sie Kinder sportlich fördern, fordern und motivieren können. Insgesamt umfasste das Curriculum aus Theorie und Praxis 40 Lerneinheiten und damit bereits ein Drittel der für die C-Lizenz benötigten 120 Lerneinheiten. Finanziert wurde die Projektwoche von der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck.

TOLLE RESONANZ BEI ALLEN BETEILIGTEN

Zum Abschluss erhielten die 90 Teilnehmer:innen ein offizielles Jugend- Coach-Zertifikat, das sie dazu berechtigt, jüngere Gruppen zu betreuen und anzuleiten. Den Rahmen dieser Zertifikatsverleihung bildete ein kleines Grillfest auf dem Außengelände der Lübecker Ruder-Gesellschaft v. 1885 e.V., zu dem auch Vereinsvertreter eingeladen wurden. Der Wunsch der Gemeinnützigen Sparkassenstiftung ist es, dass sich die neuen Jugend-Coaches langfristig als Trainer:innen engagieren – und ihre Expertise mit einem möglichen C-Trainer- oder Übungsleiterschein vertiefen. Die Voraussetzungen dafür sind ideal: Die Evaluation der Projektwoche ergab, dass alle Teilnehmer:innen die Woche gelungen fanden und sich zutrauen, eigenständig Training zu geben. Mehr als ein Drittel von ihnen ist bereits als Nachwuchstrainer:in aktiv. Sehr positive Rückmeldungen gab es auch von Sportverbänden auf Landes- und Bundesebene sowie von den Schulen und Eltern. Für eine mögliche Wiederholung der Projektwoche „Werde Jugend-Coach!“ in 2026 haben bereits einige Landesfachverbände Interesse signalisiert.

HINTERGRUND: AUFNAHMESTOPPS UND WARTELISTEN IM SPORT

Im Sport fehlen laut Medienberichten deutschlandweit tausende Trainer:innen. Insbesondere die Corona-Pandemie hat die Problematik noch einmal verschärft und zwei gegenläufige Trends verursacht: Während viele ehrenamtliche Trainer: innen ihr Engagement aufgegeben haben, hat der pandemiebedingte Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen einen regelrechten Ansturm auf die Vereine ausgelöst. Diese reagieren mit Aufnahmestopps und Wartelisten. Laut den Vereinen werde es zunehmend schwieriger, Menschen zu finden, die noch ein Ehrenamt ausüben wollen.

Fotos 1-3: © Felix König

 

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